MS "SENDA J" auf Nord-Ost-Passage - Von Shanghai nach Sankt Petersburg

16.12.2016

Vor kurzem durchquerte MS „SENDA J“ die sog.  „nördliche Seeroute“.  Start der Reise war der Hafen von Shanghai. Nach einem Zwischenstopp im  Hafen von Sabetta in Russland, wo sich das Schiff vom 17. bis 21. August aufhielt, erreichte das Schiff dann am 31. August das Reiseziel Sankt Petersburg.  MS „SENDA J“  verfügt über die hohe Eisklasse E3 und kann eine Eisstärke von bis zu 0,8 Metern durchfahren. Die nördliche Seeroute wurde erstmals 1878/1879 von Adolf Erik Nordenskiöld durchquert. Die Route von Fernost nach Europa ist 2.671 Seemeilen und damit rund 23 Prozent kürzer ist als die ansonsten übliche Route durch den Suezkanal. Im arktischen Sommer schmelzen für einige Monate große Teile des Eises. Die Passage für Schiffe ist dann zwischen Juli und November möglich. Ohnehin können nur vergleichsweise kleine Schiffe die Route passieren, da die Wassertiefe in bestimmten Abschnitten nur 11 bis maximal 13 Meter beträgt. Derzeit gibt es entlang der nördlichen Seeroute nur wenige Häfen. Aufgrund einiger enger und flacher Passagen ist die Havariegefahr hier sehr hoch.


MS „SENDA J“ hätte auf dem normalen Weg via Suezkanal für eine Strecke von 11.849 Seemeilen (entspricht   21.944 km) bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 14 Knoten 35 Tage und 6 Stunden gebraucht. Via nördlicher Seeroute beträgt die Strecke nur noch 9.178 Seemeilen (entspricht 16.997 km). Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 14 Knoten beträgt die Reisedauer hier nur 27 Tage und 8 Stunden. Damit sinken auch der Brennstoffverbrauch und zugleich der CO2 Ausstoß  um 23 Prozent.


Während der Reise wurde MS „SENDA J“ von einigen größeren Eisflächen überrascht und war auf die Hilfe des Eisbrechers „Yamal“ angewiesen. Dort hatte das Eis laut Bericht von Kapitän Shestov eine Stärke zwischen 2 und 5 Metern.


Das im Jahr 2011 gebaute Schwergutschiff ist 153,8 Meter lang, 23,2 Meter breit und hat einen Tiefgang von 9,1 Metern. Es verfügt über eine Tragfähigkeit von bis zu 14.300 TDW. Die Hauptmaschine des Typs WÄRTSILÄ 6RT-Flex50-B sorgt mit einer Leistung von 9.960kw für eine Geschwindigkeit von bis zu 16,5 Knoten. Die zwei Schwergutkrane können jeweils 400 Tonnen heben; im Kombibetrieb sogar bis zu 800 Tonnen. Weiterhin verfügt das Schwergutschiff über einen Hilfskran, der eine Hebekraft von weiteren 80 Tonnen aufweist.