Sainty-Neubauten liegen voll im Plan

25.05.2010

Haren (Ems). Auf der chinesischen Werft Sainty Marine Corporation entsteht zurzeit eine Serie von vier 14.000-tdw-Schwergutschiffen für die Reederei Jüngerhans. Neben einer Bauaufsicht, die ständig vor Ort tätig ist, wird der Baufortschritt auch von den Inspektoren der Reederei überwacht. Sie verschaffen sich regelmäßig auch vor Ort einen Überblick über den Bautenstand und die Qualität der Arbeit.

Die Schiffe, deren Schiffbaudesign vom Ingenieurbüro ABH aus Emden stammt, werden unter der Klassifikation des Germanischen Lloyd gebaut. Sie verfügen bei einer Länge von 153,80 m, einer Breite von 23,20 m und einem Tiefgang von 9,1 m über eine Tragfähigkeit von 14.300 tdw. Die Hauptmaschine vom Typ Wärtsilä 6 RT-Flex50-B sorgt bei einer Leistung von 9.960 kw für eine Geschwindigkeit von 16,5 Knoten.

Die Schiffe werden für ihren späteren Einsatz im "Super-Heavy-Lift"- Segment mit drei elektro-hydraulischen Bordkranen aus dem Hause NMF (Neuenfelder Maschinenfabrik) ausgestattet. Die beiden großen an der Backbordseite montierten Krane verfügen über eine Hebeleistung von je 400 Tonnen. Im kombinierten Betrieb können mittels einer Spezialtraverse somit Lasten von bis zu 800 Tonnen Gewicht ohne landseitige Infrastruktur geladen und gelöscht werden. Der an der Steuerbordseite montierte dritte Kran verfügt über eine Hebeleistung von 80 Tonnen. Mit dieser enorm hohen Krankapazität werden die Schiffe zur absoluten Spitzenklasse im Schwergutsegment gehören.

Ein weiteres besonderes Merkmal ist die Anordnung des Deckshauses. Dieses befindet sich auf dem Vorschiff, was der Brückenbesatzung auch beim Transport besonders sperriger oder großformatiger Ladungen eine unbeeinträchtigte Sicht erlaubt. Zugleich ist es somit möglich, auch überlange Ladungsteile an Deck zu transportieren, die über das Achterschiff hinaus ragen. Die Ladeluke des größeren der beiden Laderäume verfügt über Abmessungen von 83,75 x 19,00 Metern sowie über ein auf zwei Höhen einstellbares Zwischendeck. Das Schiff ist damit optimal für die Anforderungen der Offshore-Industrie ausgestattet, da großformatige Teile von Windenergieanlagen und überlange Rotorblätter sowohl im Laderaum als auch an Deck transportiert werden können.

Der Leiter der nautischen Inspektion, Kapitän Jens Köster, sowie sein Kollege Dipl.-Ing. Gerd Steffens als Leiter der technischen Inspektion bescheinigen der Werft nach ihrer letzten Inspektionsreise eine durchweg hohe Qualität sowie Verlässlichkeit und Termintreue. So ist die Reederei mit dem bisherigen Bauverlauf sehr zufrieden.

Für alle vier Schiffe konnte auf Vermittlung des Maklers ARKON Shipping & Projects bereits eine längerfristige Charterbeschäftigung mit Industrial Maritime Carriers LLC. vereinbart werden. Die US-amerikanische Reederei gehört zur Intermarine-Gruppe, einem der weltweit führenden Spezialisten für Schwerguttransporte. Intermarine verfügt neben einem weltweiten Vertriebs- und Niederlassungsnetz auch über eigene Hafenanlagen in Houston/Texas, von wo aus ein Großteil der Transporte nach Mittel- und Südamerika abgewickelt wird.